Urlaub in Bad Aussee – Berge, Seen und eine kleine Überraschung
Urlaub in Bad Aussee wäre vor einiger Zeit vermutlich nicht meine erste Wahl gewesen. Bei Sommerurlaub in Österreich war ich bisher ehrlich gesagt immer ein bisschen skeptisch, vor allem wegen des Wetters: Wenn ich im Sommer wegfahre, möchte ich auch Sommer haben und nicht ständig den Wetterbericht im Auge behalten müssen. Außerdem haben mich Berge lange wenig fasziniert. Ich konnte schon verstehen, dass andere sie schön finden, hätte meine Urlaubsplanung aber eher nach anderen Dingen ausgerichtet.
Dieses Jahr habe ich dann überraschend Freude am Wandern gefunden. Damit wurde ein Urlaub zwischen Bergen und Seen plötzlich doch interessant, und so ging es Anfang August für fünf Tage ins Ausseerland. Geplant war eine Mischung aus Ausflügen, Schwimmen und Erholung in der Wasnerin. Die Kamera war natürlich dabei – und kam während dieser Tage ziemlich oft zum Einsatz.
Grundlsee und Altausseer See
Mit dem Grundlsee und dem Altausseer See in der Nähe war klar, dass wir viel Zeit am Wasser verbringen würden. Wir waren in beiden Seen schwimmen und haben uns am Altausseer See außerdem ein Boot ausgeborgt, mit dem wir eine Weile herumgekurvt sind. Vom Wasser aus auf die umliegenden Berge zu schauen, war noch einmal etwas anderes, als die Landschaft vom Ufer aus zu betrachten.
Überhaupt war es diese Kombination aus Bergen und Seen, die mich im Ausseerland begeistert hat. Beim Schwimmen ist man mittendrin in einer Kulisse, für die ich sonst vermutlich hauptsächlich mit der Kamera stehen geblieben wäre. So ließ sich beides gut verbinden, auch wenn ich die Kamera dafür zwischendurch tatsächlich aus der Hand legen musste.
Angenehm fand ich außerdem, dass es hier auch an heißen Sommertagen nicht ganz so heiß ist. Wenn man sich bewegen und draußen unterwegs sein möchte, ist das für mich mittlerweile durchaus ein Argument bei der Wahl des Urlaubsziels.
Mit dem E-Bike zum Ödensee
Zum Ödensee sind wir mit dem E-Bike gefahren, und schon die Fahrt dorthin war ein Erlebnis. So wurde aus dem Ausflug zum See gleich eine kleine Radtour durch die Landschaft, statt einfach nur die nächste Strecke mit dem Auto zurückzulegen.
Der Ödensee war für mich ein besonderer Tipp, weil er etwas versteckt liegt und dort so wenige Menschen waren. Wir waren rund um den See zu Fuß unterwegs und sind auch hier schwimmen gegangen. Diese Ruhe inmitten der wunderschönen Natur hat viel dazu beigetragen, dass mir der Ausflug so gut in Erinnerung geblieben ist.
Grundlsee und Altausseer See haben mich mit ihrer Bergkulisse beeindruckt; am Ödensee war es vor allem das Gefühl, einen etwas abgeschiedenen Platz gefunden zu haben. Zusammen mit der Fahrt auf dem E-Bike war das einer meiner liebsten Ausflüge dieser Tage.
Meine erste größere Wanderung am Loser
Die Wanderung am Loser war meine erste „große“ Wanderung – zumindest nach meinen bisherigen Maßstäben. Den ersten Teil haben wir mit der Seilbahn zurückgelegt, bevor es zu Fuß zu einem Fenster aus Felsen und anschließend weiter hinauf bis zum Gipfelkreuz ging.
Es war anstrengend, aber gleichzeitig so wunderschön, dass ich selbst überrascht war, wie gut ich die Wanderung gemeistert habe. Ich hatte vorher noch nicht viel Erfahrung damit und konnte deshalb auch nicht besonders gut einschätzen, wie es mir unterwegs gehen würde. Am Gipfelkreuz zu stehen und auf den Weg zurückzublicken, den ich gerade geschafft hatte, hat mich schon stolz gemacht.
Dass mich die Berglandschaft dabei so begeistern würde, war vermutlich die zweite Überraschung. Bisher hatte ich Berge vor allem aus der Entfernung angesehen und mir wenig Gedanken darüber gemacht, wie es wäre, selbst hinaufzuwandern. Nach dieser Wanderung konnte ich die Begeisterung anderer jedenfalls deutlich besser nachvollziehen.
Und dann war da natürlich noch die Frittatensuppe auf einer Hütte. Die hatte ich mir wirklich verdient und sie gehört genauso zu meiner Erinnerung an diesen Tag wie die Aussicht vom Gipfel. Bei aller Begeisterung für die Landschaft darf man die wichtigen Dinge schließlich nicht vergessen.
Wolken über den Bergen
Das Wetter hat meine anfänglichen Bedenken nicht völlig widerlegt. Es war insgesamt okay, teilweise aber auch gewittrig, und durchgehend blauen Himmel hatten wir während dieser Tage nicht. Dafür gab es eine traumhafte Wolkenkulisse, die ich mit der Kamera natürlich festhalten musste.
Gerade über den Bergen waren die Wolken für mich ein wunderschönes Motiv. Ein wolkenloser Himmel wäre mir bei der Urlaubsplanung wahrscheinlich lieber gewesen, beim Fotografieren fand ich diesen Himmel allerdings viel spannender. Auf den Landschaftsbildern ist deshalb auch einiges von dem Wetter zu sehen, das ich mir für einen Sommerurlaub ursprünglich eher nicht gewünscht hätte.
Meine Skepsis ist damit nicht vollkommen verschwunden. Aber ich habe gemerkt, dass gutes Urlaubswetter für mich offenbar doch nicht ausschließlich aus Sonnenschein bestehen muss – besonders, wenn die Umgebung auch mit Wolken so viel hergibt.
Erholen in der WASNERIN
Nach den Ausflügen zurück in die Wasnerin zu kommen, war für uns der perfekte Abschluss des Tages. Gerade nach der Wanderung am Loser war ich froh, mich erholen zu können und für den restlichen Tag nichts mehr vorhaben zu müssen.
Das Essen, die Stimmung und das Ambiente haben für uns einfach zusammengepasst. Wir haben uns dort rundum wohlgefühlt, und das Hotel war genauso Teil des Urlaubs wie die Seen und die Berge. Bei aller Lust, die Umgebung zu erkunden, wollten wir schließlich auch Zeit dort verbringen und das genießen.
Diese Mischung hat die Tage in Bad Aussee für uns ausgemacht: draußen unterwegs sein, sich bewegen, schwimmen und anschließend ausgiebig erholen. Die Wasnerin war dafür ein richtig schöner Ausgangspunkt, in den wir nach jedem Ausflug gerne zurückgekommen sind.
Mein Fazit zum Urlaub in Bad Aussee
Nach diesen fünf Tagen sehe ich Urlaub in Österreich mit anderen Augen. Dass die Natur hier schön ist, wusste ich natürlich vorher schon. Wie viel Freude mir das Wandern, die Seen und die Zeit in den Bergen machen würden, habe ich allerdings erst vor Ort gemerkt.
Besonders die Wanderung am Loser ist mir geblieben, weil ich mir davor nicht sicher gewesen wäre, ob das überhaupt etwas für mich ist. Jetzt schaue ich die Fotos an und freue mich über die Aussicht und darüber, selbst dort oben gestanden zu haben. Für jemanden, den Berge bisher wenig fasziniert haben, ist das schon eine gewisse Entwicklung.
Bad Aussee war für uns eine wunderschöne Auszeit, bei der wir viel unternommen haben und trotzdem Zeit zum Erholen hatten. Und auch wenn ich bei der nächsten Urlaubsplanung vermutlich wieder auf den Wetterbericht schauen werde, stehen Berge und Seen inzwischen deutlich weiter oben auf meiner Liste.
Eine Hütte mit Frittatensuppe darf bei der nächsten Wanderung allerdings gerne wieder auf dem Weg liegen.




















